Workshop Titeleien – Dokumentation

Juni 10th, 2008

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Hochgesteckte Ziele hatten wir uns gesetzt: Titeleien und Umschläge für vier Bücher sollten an zwei Tagen entstehen, sozusagen je eines zwischen den Mahlzeiten. Zur Auswahl standen Themen wie z.B. ein Goetheband, ein Buch über die Schlacht im Teutoburger Wald, eine Bibel, ein Kochbuch, ein Telefonbuch, Architekturführer, Die Kunst der Typografie von Paul Renner, ein Schulbuch, Paul Auster, Neckermann, illustriertes Jugendbuch, Reiseführer, Ausstellungskatalog, ein Lexikon oder der Arzt, dem die Frauen vertrauen. Und das alles analog realisiert.
Bereits am ersten Morgen zeichnete sich jedoch ab, dass wohl eher die Mahlzeitenzahl reicher und die Bücher weniger werden würden …

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Nach einem einführenden, theoretischen Vortrag über den Aufbau von Büchern, Terminologie, Gepflogenheiten und DIN-Normen begannen wir mit einer Vorstellungsrunde und den ersten Trockenübungen – Ideen, Konzepten und Skizzen für wenigstens zwei Bücher. Zur Kaffeepause wagten wir eine Annäherung an das überquellende Materiallager und bewaffneten uns mit Werkzeugen, die einigen von uns noch nicht recht geläufig waren. Zur Verdauung und Anregung nach dem Mittagessen folgte ein weiterer kleiner Vortrag mit Beispielbildern zu allen Buchteilen und Umschlägen, gespickt mit Arbeiten von Jost Hochuli, Karel Martens, Hans Peter Willberg und Jan Tschichold.

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Besonders viel Spass machte mir die bunte Mischung an Teilnehmern, die sich gegenseitig befruchtete. Einige alte Hasen brachten ihre jahrzehnte lange Erfahrung in Klebe-Typografie und Layout-workarounds mit ein, andere wiederum schnupperten zum ersten Mal den süchtig machenden Duft des Fixogums. Aber spätestens nach dem Kuchenbüffet fand jeder zu einer realisierbaren Idee und die ersten Bücher nahmen Gestalt an.

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Am zweiten Tag dann waren wir vollends in unserem Element. Nicht nur untereinander, auch Workshop-übergreifend wurden Zulieferarbeiten beauftragt, frische Schriften von oben gemopst oder Abzüge nebenan< bestellt. Wir probierten Schreibfedern, schraffierten, rissen Buchstaben aus Papier und schnitten Schablonenschriften.

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Mit dem Kopierer auf Du und Du und dem Skalpell bewaffnet schlachten wir Verdi- Werbeblättchen bild- und buchstabenmäßig aus und der sonst so essentiell erscheinende Computer geriet ganz in Vergessenheit. Nur gegen Ende entdeckten wir, dass es sich mit Musik noch beschwingter arbeiten ließ und holten das Macbook hervor.

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Wunderbare Entwürfe sind in den zwei Tagen entstanden, beseelt vom der Lust am handwerklichen Arbeiten, das uns zu neuen Ideen für die Gestaltung von Büchern inspirierten. Mir hat der Workshop richtig Spass gemacht!

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