9. Tage der Typografie: Noblesse oblique
November 10th, 2006
Die Redewendung »Noblesse oblige« oder »Adel verpflichtet« ist zwar sehr bekannt, lässt jedoch offen, wozu der Adel eigentlich verpflichtet war. Mittlerweile hat sich diese Frage allerdings erübrigt, da man auch ohne Adel ganz gut leben kann. Ohne Typografie ist das schon schwieriger, und so spielen sie nach wie vor eine wichtige Rolle: die TypoGrafen und TypoGräfinnen.
Etwas schräg sind sie natürlich schon, denn wer sonst beschäftigt sich ernsthaft mit Versalausgleich oder stöhnt bei einem wunderbaren Bildkalender »Schon wieder die Comic Sans!«?
Gute Typografie ist nicht steif, altmodisch oder langweilig, sondern sehr vielseitig. Es gibt aufgeräumte Typografie, in der viel Weißraum wirkt, pompöse mit Zierschriften und Ornamenten oder experimentelle, die durch neue Ideen und Kombinationen beeindruckt. Verbunden werden sollten diese unterschiedlichen Richtungen jedoch immer durch hohe Qualität und Individualität.
Im Gegensatz zum Adel haben TypoGrafen und TypoGräfinnen definierte Verpflichtungen, nämlich Text abhängig vom Inhalt bestmöglich zur Geltung zu bringen, dabei auf Details zu achten und Regeln zu kennen, anzuwenden oder bewusst zu brechen. Sie arbeiten dabei nicht für sich selbst, sondern für ihre Kunden oder im weitesten Sinn für die Allgemeinheit.
Typografie verpflichtet – dieser Anspruch wird auch auf den 9. Tagen der Typografie die gemeinsame Basis für die Workshops, die Vorträge und natürlich auch für die Teilnehmer selbst sein.
Beiträge unter: __Rückblick 2007
Beitrag schreiben
Some HTML allowed:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>
Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed