14. Tage der Typografie: »form + inhalt«

Die 14. Tage der Typografie fanden dieses Jahr vom 28.–30. Juni wieder im IMK in Lage-Hörste statt.
Das Thema war:
form + inhalt
Typografie – Macht – gesellschaftliche Verantwortung

Form und Inhalt miteinander in Bezug zu bringen ist die Aufgabe guten Designs und guter Typografie. Das gilt, egal ob wir Logos, Verpackungen oder Anzeigenkampagnen entwerfen. Noch wichtiger wird dies, wenn es nicht um Produkte oder Dienstleistungen geht, sondern um gesellschaftlich wichtige Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus oder Umweltverschmutzung.

Aus Anlass der Schließung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten vor 80 Jahren und dem Einfluss des Bauhauses auf das Design der folgenden Jahrzehnte setzten wir uns in Vorträgen und Workshops damit auseinander, wie Typografie und Grafikdesign politische Inhalte transportieren können.

Wie verbinde ich Form und Botschaft miteinander, um die Aussage auf den Punkt bringen?
Welche gestalterische Herangehensweise wähle ich, um eine politisch engagierte Aussage zu transportieren? Fragen, die sich einem Mediengestalter in der Ausbildung ebenso stellen wie einem Campaigner.

Vom 28 bis 30. Juni hatten unter dem diesjährigen Motto »form+inhalt« Experten der Gegenwart und Zukunft Gelegenheit zu Austausch, Weiterbildung und Umsetzung kreativer Ideen und nahmen neue Impulse für die eigene Arbeit und das eigene Engagement mit.

Die Tage der Typografie sind ein jährlich stattfindender Fachkongress, an dem Typografie- und Design-Interessierte, Auszubildende, Ausbilder und Profis aus verschiedenen Bereichen der Druck- und Medienbranche teilnehmen.
Die Tagung beginnt am Freitag mit Vorträgen zum Thema und der Vorstellung der Dozenten. Der Samstag ist reserviert für intensives Arbeiten in Workshops, deren Ergebnisse am Sonntag präsentiert und von allen Teilnehmern begutachtet werden können.

Das erfolgreiche Konzept, das den Schwerpunkt auf größtenteils analoges Arbeiten ohne Computer sowie Ideenfindung und Kreativität legt, begeistert Teilnehmer nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden, was den Stellenwert veranschaulicht, den diese Veranstaltung auch über die Landesgrenzen hinaus hat.

Veranstalter war das ver.di-Institut für Bildung, Medien und Kunst in Kooperation mit der Akademie Druck + Medien Nord-West e.V., dem DGB-Bildungswerk NRW und der Schweizer Gewerkschaft Syndicom.

Die Dozenten im Jahr 2013 waren:
Andreas Koop, Rückholz
Tanja Huckenbeck, Offenbach
Niklaus Troxler, Willisau CH
Dirk Uhlenbrock, Essen

Kommentar schreiben März 13th, 2013

Niklaus Troxler

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1947 geboren in Willisau/Schweiz.Erst Typografenlehre, dann Studium Graphik Design in Luzern. Arbeitet als selbständiger Grafiker seit 1973 in Willisau, wo er auch Jazzkonzerte (seit 1966) und das Jazz Festival (seit 1975) veranstaltet.
Seit 1998 Professor für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
Gewinner vieler nationaler und internationaler Wettbewerbe. Seine Plakate sind in den wichtigsten Designsammlungen vertreten, so u.a. im Museum of Modern Art in New York, dem Stedelijk Museum Amsterdam und im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

Grössere Einzelausstellungen u.a. in New York, Tokyo, Havanna, Beijing, Warschau, Caracas, Mexico City, Paris, Berlin, Genf, Zürich. Niklaus Troxler ist Mitglied von AGI Alliance Graphique Internationale.

Niklaus Troxler führte durch den Plakat-Workshop »Verantwortung«.

Kommentar schreiben März 7th, 2013

WORKSHOP: »Verantwortung« Plakatgestaltung

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Das Thema »Verantwortung« stand im Mittelpunkt des Workshops. Ziel war es, dies in Form eines Plakates zu visualisieren. So konnten Plakate entworfen werden die z.B. »Ungleiche Chancen – kannst du das verantworten?«,
»Ausbeutung durch Praktika« oder viele ­andere oder aufgreifen.

Dabei sollten die inhaltlichen Botschaften mittels Druckschriften oder handgezeichneten Schriften, mit oder ohne zusätzliche Bilder visualisiert werden. Ideal war, wenn mittels Buchstaben eine bildliche Darstellung oder mit Bildern eine typografische Lösung erreicht wurde. Als Materialien konnten Schriftmuster, Zeitungen, Illustrierte, Leim und weiteres Zeichenmaterial zur Anwendung kommen. Die Entwicklung der Entwurfsidee stand dabei im Vordergrund.

Der Workshop wurde von Niklaus Troxler geleitet.

Bilder aus dem Workshop:

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Kommentar schreiben März 7th, 2013

WORKSHOP: Kreis, Dreieck und Quadrat – modulare Schriftentwicklung

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Kreis, Dreieck und Quadrat: Die Grundelemente des Bauhaus eignen sich bestens für experimentelle Schrift- und Buchstabengestaltung.
Zu Bleisatzzeiten wurde mit Zierelenten in Grundformen das Repertoire an Schriften kreativ erweitert und mit einfachen Mitteln Buchstaben konstruiert. Die so entstandenen modularen Schriften sind in ihrer Reduktion abstrakt und prägnant zugleich.
Im Workshop wurde mit Linien, Kreissegmenten, Dreiecken und weiteren geometrischen Formen ein Alphabet geschaffen und ggf. auch kurze Texte damit geschrieben.
Wer mochte, konnte auch dreidimensionale Buchstaben aus Objekten wie Würfelzucker, Bauklötzen und Legosteinen schaffen. Ebenso konnten eigene Ideen aus selbst mitgebrachten Gegenständen verwirklicht werden.

Der Workshop wurde von Tanja Huckenbeck geleitet.

Bilder aus dem Workshop:

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Kommentar schreiben Februar 25th, 2013

Tanja Huckenbeck

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Tanja Huckenbeck lernte 1995 in der Ausbildung zur Schriftsetzerin ­Buchstaben kennen und lieben, vor allem das kleine »a«.
Ihre Liebe zur Typografie vermittelt sie seit 2005 nicht nur durch ihre gestalterischen Arbeiten, sondern auch praktisch als Dozentin und ­Referentin, unter anderem für die Tage der Typografie, die Academy of ­Visual Arts Frankfurt oder das Klingspor Musuem Offenbach.
2009 begann sie, zwei- auf dreidimensionale Typografie zu erweitern. Das Ergebnis sind Designobjekte ihres Labels »tüpo«.

Tanja Huckenbeck führte durch den Workshop »Kreis, Dreieck und Quadrat – modulare Schriftgestaltung«.

1 Kommentar Februar 25th, 2013

WORKSHOP: Grafik gegen Rechts

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Es muß doch mehr geben als Fäuste, die Hakenkreuze zerschlagen oder Männchen, die das Swastika in die Mülltonne werfen.
In diesem Workshop sollten im spielerischen Umgang mit Schrift und Grafikelementen intelligente und zeitgemäße Statements gegen neonazistisches Gedankengut entstehen. Ob T-Shirt, Button, Sticker oder Plakat - gesucht wurden Bilder die bleiben und Worte die treffen.

Der Workshop wurde von Dirk Uhlenbrock durchgeführt.

Bilder aus dem Workshop:

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Kommentar schreiben Februar 20th, 2013

Dirk Uhlenbrock

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Dirk Uhlenbrock wurde 1964 in Essen geboren. Er studierte Kommunikationsdesign an der BUGH Wuppertal mit den Schwerpunkten Illustration und Typografie, seit 1991 ist er in den Bereichen Print- und Webdesign tätig. Nach mehreren Jahren als Artdirector machte er sich im Jahr 2000 selbstständig, um unter dem Namen signalgrau umfassende Projekte im Bereich Corporate und Editorial Design zu realisieren – seit 2009 geschieht dies, in neuer Partnerschaft, mit dem erste liga büro für gestaltung.

Neben eigenen Entwürfen (Veröffentlichungen unter Fontomas und TypeType) ist das Thema Schrift ein bestimmendes Element, das sich durch seine Arbeiten zieht.

Dirk Uhlenbrock führte durch den Workshop »Grafik gegen Rechts«.

Kommentar schreiben Februar 20th, 2013

Andreas Koop

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Andreas Koop ist Dipl.-Designer und Master (MAS). Seit 1995 leitet er ein Designbüro in Rückholz im Allgäu (D). Nebenbei engagiert er sich als Autor, Dozent und Designforscher. Dabei bewegt er sich im Spannungsfeld von Zeitgeschichte, Gesellschaft, Politik und Design. Die Arbeiten der designgruppe koop wurden vielfach national und international ausgezeichnet. Im Vordergrund stehen hier verantwortungsvolle, nachhaltige Konzepte mit einem umwelt- und wertebewussten Designansatz.

Andreas Koop eröffnete die Veranstaltung mit seinem Vortrag »schrift und macht«.

Kommentar schreiben Februar 18th, 2013

VORTRAG: »schrift und macht«

Den Eröffnungsvortrag hielt Andreas Koop zum Thema »schrift und macht«:

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Das visuelle Erscheinungsbild der Nationalsozialisten in seiner Gesamtheit zu untersuchen ist eine faszinierende Angelegenheit – vermittelt es aus der Ferne eine extrem konsequente Darstellung, fällt es im Detail geradezu auseinander. Die Gliederung des Buches »NSCI« als ein Corporate Design-Manual unserer Tage hilft als methodischer Ansatz bei der strukturierten Betrachtung. Diese führt von den »Marken« und Signets über die Farbe und Schriften bis hin zu deren Anwendung auf verschiedenen Medien.

Im zweiten Teil des Vortrags wurde über den Nationalsozialismus hinaus auf andere Herrschaftssysteme und Herrscher geblickt: »Die Macht der Schrift«, bei der diese mehr ist als ein ästhetisches Phänomen – sie kann zugleich Aussage sein. Programmatisch, revolutionär, restaurativ. Analytisch, komparativ und experimentell wurde die Rhetorik der Schrift und das Zeremoniell der Typografie untersucht, aber auch das Bild des Staates heute und die Gegensätze zu Macht.

»Die Macht der Schrift« beim Niggli Verlag
»NSCI« beim Berlag Hermann Schmidt

Kommentar schreiben Februar 18th, 2013

Programmablauf

Freitag, 28. Juni
ab 16.00: Anreise und Check-in
17.00: Eröffnung der Veranstaltung
17.15: Vorstellung Workshops
18.30: Abendessen
19.30: Vortrag »schrift und macht« mit Andreas Koop

Samstag, 29. Juni
9.00–12.30: Workshops
14.00–18.00: Workshops

Sonntag, 30. Juni
9.00–11.00: Workshops
ab 11.00: Ausstellung der Workshopergebnisse
12.30: Mittagessen und Abreise

Kommentar schreiben Februar 17th, 2013

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